Anekdote von H.Böll


Strand am Mittelmeer

Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll


Ich sitze hier am Hafen von Puerto de Almerimar in meinem Stuhl neben dem Wohnmobil. Die Hunde dösen in der Mittagssonne. Es ist Dezember kurz nach Weihnachten und ca 23°. Ich denke, man geht es mir gut. Musste ich dafür erst 64 Jahre alt werden um das zu genießen?
Plötzlich fiel mir eine Kurzgeschichte von Heinrich Böll ein. „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ Er schrieb sie Anfang der 1960 er Jahre.


Anekdote von Heinrich Böll
Der Schriftsteller Heinrich Böll 1917 bis 1985

Hier eine kurze Zusammenfassung dieser Anekdote aus dem Gedächtnis.


Strand am Mittelmeer
Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral


Ein Tourist geht an einem Strand spazieren, wohl irgendwo am Mittelmeer. Hier fällt ihm ein Fischer auf, der mitten am Tag am Strand liegt und in der Sonne döst. Der Tourist spricht ihn an und fragt den Fischer, ob er schon genug Fische gefangen habe. Der Fischer entgegnet, dass er schon am frühen Morgen rausgefahren sei und einige Fische gefangen habe.


Der Tourist fragt ihn ob das wohl reiche und erklärt ihm die Regeln der Marktwirtschaft. Denn, so der Tourist, wenn du am Vormittag und am Nachmittag noch einmal raus fährst und Fische fängst und die, die du nicht zum Leben brauchst, gewinnbringend verkaufst, kannst du dir irgendwann mehr Boote kaufen, Fischer einstellen und dich in die Sonne an den Strand legen und dein Leben genießen.
Der Fischer schaut den Fremden ganz erstaunt an, blinzelt in die Sonne und fragt seinerseits:“Tue ich das nicht jetzt schon?”


Am Ende empfand der Tourist Neid auf den Fischer für seine Zuftriedenheit.


Sonnenuntergang

Was wollte uns Heinrich Böll mit dieser Anekdote uns sagen? Nun, da gibt es zwei Personen. Einmal den Touristen, zum anderen den armen Fischer. Vor dem Hintergrund des Wirtschaftswunders nach dem zweiten Weltkrieg stellt H. Böll hier die neu erworbenen Werte des Wirtschaftswunders in Frage, was das Glück und die Zufriedenheit betrifft.


Diese Werte stehen auf tönernen Füßen


Der Tourist: Ein neureicher Klugscheißer. Überheblich und herablassend. Der seinen neuen Reichtum gerne zu Schau stellt über alles andere. Der gerne in „ärmeren Ländern Urlaub macht, um den Menschen dort zu zeigen, wie gut es ihm und Seinesgleichen geht. Der glaubt dass jeder der, nicht so ist wie er, ein Versager ist.


Immer nach mehr strebt, und damit die elementare Dinge des Lebens aus den Augen verliert.



Der Fischer: Zufrieden ruhend in sich selber. Sich an allem erfreut, was um ihn Schönes geschieht. Dass seine Familie nicht hungern muss. Dass er eine Arbeit hat, die ihm mehr bedeutet als Geld. Dass er das Leben genießen kann und alles was um ihm herum passiert. Dass er seinen Träumen nicht hinterher rennen muss, sondern sie leben kann. Dass er viel Zeit für alle diese wunderbaren Dinge hat. Vor allen Dingen, dass er sich nicht in Frage stellen muss.


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