Oldtimertreffen am Kloster Andechs


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  • Intro - Andechs - Oldtimer



    Ein Oldtimertreffen in Andechs. Das machte den Tag perfekt.


    Am Wochenende wurde der Parkplatz richtig voll. Angenehm war, dass genau an diesem Wochenende auch auf dem Parkplatz ein Oldtimertreffen stattfand. Schnell kam ich mit den Oldtimerfreunden ins Gespräch und musste feststellen, dass ich mit einigen der Teilnehmer schon mal Kontakt hatte, die auch teilweise meinen Namen kannten.


    Oldtimerausfahrt Kloster Andechs 28. Mai 2017
    Oldtimertreffen am 28. Mai 2017 auf dem Parkplatz vor dem Kloster Andechs


    Oldtimer, eine Leidenschaft ohne Ende (Roger Claßen)


    Es war im Sommer 1976. Ich hatte zwar noch keinen Führerschein, aber dafür ein Auto. Ich erstand zufällig für kleines Geld einen Mercedes 190 DC von 1963. Dieses Auto hatte mir so gut gefallen. Es war mein erster echter Oldtimer. Ich musste diesen Oldtimer haben. Der Mercedes hatte erst 110.000 km gelaufen, war gepflegt und aus erster Hand. (Geschäftswagen einer Dürener Firma). Alle Wartungsnachweise waren tadellos vorhanden. Da mein Vater einen Bauernhof hatte, hatte ich zum Abstellen genug Platz. Dann, ein halbes Jahr später hatte ich endlich meinen Führerschein.


    Mercedes 190 DC von 1963


    Oldtimer - Mercedes 190 DC - 1963 W110
    Mercedes 190 DC – 1963
    Der Mercedes 190 DC läutete eine neue Ära, was das Design betraf, ein. Weg von der barocken Bonton-Form hin zu einer „Heckflosse“ stellte Mercedes 1961 den Typ W110 vor. Als Diesel leistete er nur schlappe 55 PS was ihn nicht gerade zu einem schnellen Fahrzeug machte. Aber darum ging es auch nicht, sondern um den Fahrkomfort. Innen geräumig mit einer durchgehenden Sitzbank und Lenkradschaltung. Typisch, der vertikal stehende Tachometer. Hier gab es keinen Zeiger mehr, sondern eine sich drehende „Tonne“. Links im Armaturenbrett befand sich der „Salzstreuer“, die Vorglühanzeige. Aber vor allen Dingen hatte er viel Fahrkomfort zu bieten.


    Karman Gia und Ford Taunus P7A Coupé



    Neben dem Mercedes stand schon ein Karman Gia (das beste an dem Schrottwagen war der Motor, (aber sonst war er halt nur Schrott), einen Käfer (1968) mit dem ich fuhr, mehr oder weniger. Ich bekam zusätzlich noch einen VW K70 geschenkt, bei dem der Motor kaputt war. Zudem kaufte ich für sehr kleines Geld einen Ford Taunus P7A Coupé. Dieses Fahrzeug wurde nur ein halbes Jahr gebaut. Ich musste es haben.


    Oldtimer - Ford Taunus P7A Coupé

    Ford Taunus P7A Coupé 1968
    Die Produktion dieses Fahrzeugs wurde nach nur einem halben Jahr wieder eingestellt und von dem Modell P7 abgelöst. Diese typische amerikanische Form entsprach nicht dem Zeitgeist des deutschen Käufers.


    Den Ford habe ich dann einige Jahre als Alltagsfahrzeug gefahren. Eines Tages fragte mich mein Vater, ob ich glaube, das wir auf dem Hof einen Schrottplatz hätten. Da war es schon, das Problem, dass sich dann einige Zeit später von selbst erledigte. Der VW K70 und der Mercedes waren plötzlich nicht mehr da. Angeblich wurden sie gestohlen. So meine Stiefmutter.


    Ich glaube eher, dass hier meine Stiefmutter gelogen hatte. Sie hatte einen Schrotthändler bestellt. Eine Person aus dem Dorf erzählte mir, dass er den Mercedes auf dem Hänger eines Schrotthändlers gesehen hatte. Er konnte sich sogar an die Person und die Firma erinnern. Ich suchte den Kontakt mit dieser Person. Diese stritt alles ab. Ich beschloss, da ich inzwischen nicht mehr zu Hause wohnte und mir der Platz und das Geld für meine Spinnerei fehlte, mich bis auf den Ford von allem zu verabschieden.


    Die Endeckung der Liebe zu englischen Oldtimern


    Es ging nicht lange gut. Es war 1980. Ich kaufte meinen ersten Engländer. Einen Triumph Spitfire. Die Zeiten änderten sich und auch meine finanzielle Situation. Ich kaufte für viel Geld zusätzlich einen Triumph TR5 PI von 1968, den ich dann Mitte der 1980 komplett restaurierte. Dieses Fahrzeug wurde zu meinem Lieblingsfahrzeug.


    Triumph TR5 PI (Petrol Injection) von Roger Claßen

    Triumph TR5 PI LHD


    Baujahr: 1968
    Produktionszahl: 2947 (davon ca 1200 LHD)
    FG/Nr. 1CP1963LP
    Motor: 2.5l Sechszylinder.
    Leistung: 150 PS
    Getriebe: Vierganggetriebe mit Overdrive (gesamt: 7 Gänge)
    Beschleunigung: 8.4 sec / 60 Meilen

    Wurde von mir (Roger) in den 1980 er Jahren komplett neu aufgebau und befand sich viele Jahre in meinem Besitz.


    Mein neuer Beruf


    In der Zwischenzeit war ich gezwungen, meine Spinnerei Oldtimer zum Beruf zu machen. Ich gab meine sichere Arbeitsstelle bei der Firma Philipps auf und begann einen neuen Job in einem kleinen Laden, der sich mit dem Verkauf von Ersatzteilen für englische Oldtimer beschäftigte. Sehr schnell wurde dieser Oldtimer–Laden zu einem deutschen Marktführer. Fast Jeder, der einen englischen Oldtimer fuhr kam nicht an ihm vorbei.


    Meine kleine Werkstatt


    Nebenbei hatte ich, nachdem ich wieder in die Eifel gezogen war, eine kleine Werkstatt mit drei Plätzen gemietet, wo ich in meiner Freizeit an Autos schraubte. Vorzüglich aus GB. Vorzüglich Oldtimer. Mein speziellen Gebiete waren aber Triumph, MG und Austin Healey.


    Oldtimer als Passion


    In diesem Oldtimer–Metier war ich am Ende fast 40 Jahre beruflich tätig. Die letzten 20 Jahre im Bereich Marketing, Redaktion, Illustrator und Troubleshooting. Aber wer glaubt, dass eine solche Tätigkeit über die Jahre nur eine Arbeit ist, der täuscht sich. Es ist eine Passion und noch heute schlägt mein Herz ein paar Takte schneller, wenn ich einen schönen Oldtimer sehe. So war es auch auf dem Parkplatz in Andechs.


    Einige der Oldtimer auf dem Parkplatz


    MGA MKII Andechs


    MGA MKII.


    Dieses Fahrzeug wurde ab 1961 gebaut. Äußerlich unterscheidet er sich kaum von dem MGA MKI. Zu unterscheiden ist er nur an dem leicht nach hinten versetzten Kühlergrill und den geänderten Rückleuchten. Der Hubraum wurde von 1600cm3 auf 1622cm3 erhöht. Dieser Motor ist übrigens identisch mit dem des Hanomag Matador Motor.


    Oldtimer - Mercedes 190 SL

    Mercedes-Benz W 121 B II


    Dieses Fahrzeug ist besser bekannt unter dem Namen Mercedes 190 SL. Der Volksmund nannte ihn auch „Nitribitt“. Rosemarie Nitribitt war eine deutsche Edel-Prostituierte mit Verbindungen in die höchsten Ebenen der Politik. Ihr Markenzeichen war ein schwarzer Mercedes 190 SL. Sie wurde ermordert. Ihr Mörder wurde nie ermittelt. Aber dieses Fahrzeug hat sie unsterblich gemacht.


    Oldtimer - Buick Serie 50 Sedan / 1931

    Buick Serie 50 Sedan / 1931


    Dieses Modell wurde 1931 mit dem neuartigen Achtzylinder Reihenmotor mit OHV-Ventilsteuerung. (OHV = Over Head Valves) ausgeliefert. Um dies der Welt mitzuteilen, wurde auf dem Kühlwassereinfülldeckel, der sich auf der Frontmaske befindet, eine Acht angebracht. Das neue Fahrzeug erhielt die Seriennummer 50.
    Zur Serienausstattung gehörten jetzt mechanische Bremsen, Delco-Remy-Zündung und Hotchkiss-Antrieb mit herkömmlichem Getriebe.


    Oldtimer - Riley 9 Lynx - 1933

    Riley 9 Lynx – 1933




    Lagonda M45 Tourer

    Lagonda M45 Tourer


    Das hört sich italienisch an. Ist es aber nicht. Lagonda ist der indianische Name eines Flusses in Springfield Ohio. Von dort stammte der Gründer der Firma Willbur Gunn. In England baute er Autos, die auch als Konkurrenz zu Aston Martin galten. 1930 wurde diese Firma dann von Aston Martin übernommen. Diese bauten noch drei Modelle, die den Typennamen Lagonda führten. Aber der Lagonda M45 bleibt nach meiner Meinung der einzige echte und auch schönste Lagonda. (mindestens genauso schön wie ein Invictar oder Jaguar SS100)


    Oldtimer - Austin 7 Arrow 1933

    Austin 7 Arrow 1933


    Der Austin 7 Arrow ist eine sportliche Variante des Austin 7. Diese Fahrzeuge wurden, was die Karosserie betraf, teilweise von der Firma Swallow Sitecar (erstes Kraftfahrzeug SS100), aus der später die Firma Jaguar hervorging, gebaut. Wie schon aus dem Namen hervorgeht, beschäftigten sich beide Firmen ursprünglich mit dem Bau von Motorrad-Seitenwagen.


    Oldtimer - Jaguar XK140 OTS

    Jaguar XK140 OTS


    Ich (Roger ‘Willi’ Claßen) habe mich in der Zeit, als ich noch berufstätig war, über ein Jahr redaktionell mit diesem Fahrzeug (XK Serie beschäftigt). Ich hatte in dieser Zeit unzählige Zeichnungen und Texte über diese Fahrzeug-Serie erstellt. Es war eines meiner interessantesten Projekte, an denen ich in den Jahren meiner Berufstätigkeit gearbeitet hatte. Mein Kollege Steffen war dann derjenige, der die Texte dann “Korrektur” las und sie in eine Datenbank einpflegte.
    Mit Einführung des XK 120 endete der Firmenname Swallow Sitecar. (SS). Der XK120 war das erste Fahrzeug, dass unter dem neuen Marken- und Firmenname Jaguar auf der Londoner Automobilausstellung vorgestellt wurde. Der Schauspieler Clark Gable war der erste Besitzer eines XK120 Roadster. Dieses Fahrzeug wurde damals in die USA ausgeliefert und existiert noch heute.
    Hatte der XK120 Roadster noch ein Faltverdeck und seitliche Steckfenster, verfügte der XK140 OTS schon über Klappverdeck und Kurbelfenster. Diese Fahrzeuge waren damals als OTS (Open Two Seater oder DHC (Drophead Coupé) erhältlich.


    Ein schöner Ort. Wir werden wiederkommen. Irgendwann !!!



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